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Exposé

TINA (15) fühlt sich von ihren Mitschülern ausgeschlossen, da sie sich keine Markenklamotten und Statussymbole leisten kann. Nach immer widerkehrenden Außeinandersetzungen mit ihrer Mutter Maike (39) entwendet Tina die Kreditkarte ihrer Mutter und erfüllt sich ihre wünsche in diversen online Shops. Die waren lässt sie sich zu ihrer besten Freundin Anna (15) liefern. Gemeinsam probieren sie die neuen Klamotten vor dem Spiegel an und machen Fotos, die sofort auf Facebook gepostet werden. Tinas neues Erscheinungsbild wird von den Mitschülern positiv aufgenommen und gibt ihr ein bisher nicht gekanntes Selbstbewustsein.

Mit ihrem neuen Erscheinungsbild ist sie in Boutiquen eine willkommene Kundin und kommt in Clubs in denen ihr der Einlass sonst immer verwehrt wurde. Doch die Bindung zu ihrer besten Freundin wird durch Tinas handeln immer mehr auf die Probe gestellt. Tina landet alleine auf einer Party und wird von den älteren Mitschülern abgefüllt.

Nach einer durchfeierten Nacht wacht sie in der Bahn auf und kann sich nur noch an Bruchteile der letzten Nacht erinnern. Als sie bei Anna klingelt, wird sie vor der Tür stehen gelassen und ihr bleibt keine andere Wahl als nach hause zu ihrer Mutter zu fahren.

Maike hat von Anna alles über die diversen Rechnungen erfahren und ist gerade damit beschäftigt der Bank zu erklären warum ihr Dispositionskredit Maßlos überzogen ist. Tina versucht sich leise an ihrer Mutter vorbei zu schleichen und in ihr Zimmer zu flüchten, doch heute kann sie der Konfrontation nicht entkommen.

Hintergrund zum Projekt

Die Junge Presse Pinneberg e.V. (JPPI) produzierte von 2011 bis 2013 in Zusammenarbeit mit der VR Bank Pinneberg einen Kurzfilm zum Thema “Jugendverschuldung”. Dabei ging es den Verantwortlichen darum, das Thema Schulden in den Unterricht der weiterführenden Schulen im Kreis Pinneberg zu bringen. Auch Beruf- und Gesamtschulen sollten berücksichtigt werden. Es entstand ein Kurzfilm, der von der Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Protagonistin erzählt. Der Umgang mit Geld spielt eine grundlegende Rolle. Es geht um Macht und Anerkennung – Themen, die die jugendliche Generation von heute mehr denn je beschäftigen.

Soziale Netzwerke sind omnipräsent und bieten auch Jugendlichen eine Bühne zur Selbstdarstellung. Die Kommunikation verändert sich: Die Sätze werden kürzer, die Freundeslisten länger, die Missverständnisse größer. Oft begünstigt dies Neid und Mobbing. Unsere Protagonistin Tina glaubt Anerkennung durch Konsum und Statussymbole zu bekommen und trifft eine Reihe fataler Entscheidungen.

Der Film soll auch im Schulunterricht verwendet werden. Wir wollten trotzdem keinen Lehrfilm machen. Uns ging es um eine glaubhafte Geschichte mit authentischen Charakteren, mit denen sich unsere Zuschauer direkt identifizieren können – jung wie alt. Der Film wurde von Jugendlichen für Jugendliche produziert und zeichnet ein intensives Bild ihrer eigenen Welt. Die Zuschauer werden angeregt, sich selbst eine Meinung zum Gezeigten zu bilden: Der Film kann und soll Diskussionsstoff sein.

Das Medium Film bietet uns vielfältige Möglichkeiten, diesen Diskussionsstoff zu gestalten. Im Wesentlichen vermitteln wir starke Emotionen und Konflikte, die sich in den menschlichen Beziehungen zeigen und durch unsere Bild- und Tongestaltung transportiert und verstärkt werden. Statt Gebrauchsanweisung bieten wir Auseinandersetzung. Statt Antworten, Fragezeichen. Statt Happy- ein Open-End. Gedreht wurde in den Sommerferien vom 19. bis 31. Juli 2012. Die Fertigstellung der DVD erfolgte im Frühjahr 2014.